Bodenbearbeitung – pfluglos oder Pflug?

Die pfluglose Bodenbearbeitung – auch no-tillage oder Mulch- bzw. Direktsaat genannt – wird von vielen Seiten stark befürwortet. In konventionellen Systemen führt sie allerdings oft zu Bodenverdichtung und vermehrter Lachgasproduktion (300x wirksamer als CO2). Ausserdem geht sie mit einem vermehrten Einsatz von Totalherbiziden (zB. Glyphosat/Round-UP) einher und kann unausgewogene Porensysteme erzeugen, die die Wasserspeicherungs und -reinigungsfunktion verschlechtern.

Auch dem Klimaschutz dient sie nicht, zum Einen wegen der vermehrten Lachgasbildung, zum Anderen, weil inzwischen nachgewiesen wurde (in mehreren Metastudien), dass kein zusätzliches CO2 im Boden gebunden wird. Es steigen nur die Corg-Gehalte der oberen Bodenschichten, in den unteren fallen sie ab.

Kombiniert man den “pfluglos” allerdings mit vielfältigen Fruchtfolgen und Zwischenfrüchten, Mischkulturen und Untersaaten, dann kann die biologische Lockerung die technische ersetzen und man kann immer häufiger auf den Pflug verzichten. Die Vielfalt hilft bei der Unkrautunterdrückung und fördert zusätzlich Bodenleben und Humusaufbau.

Die Bodenbearbeitung ist eine wichtige Frage des Bodenmanagements. Zur Beurteilung des Zustands hilft es dabei nicht, nur die Regenwürmer zu zählen. Diese fühlen sich auch in dichten Böden wohl und sind daher allein kein Indikator für ein gesundes Gefüge. Ihre Makroporen können im ansonsten dichten Gefüge aufgrund des schnellen Abflusses des Sickerwassers und der so verringerten biologischen Reinigung eine Gefährdung des Grundwassers darstellen. Die Puffer- und Filterfunktion der Böden ist nur mit einem gesunden, unverdichteten Gefüge ausreichend.

Angebot: Pfluglos oder nicht? – Vor- und Nachteile beim Bodenmenagement – Vortrag oder Seminar

Angebot: Bodenlockerung mit Pflanzen – Vortrag oder Seminar

Angebot: Wie enststeht eine gesunde Bodenstruktur und wie kann man das untersuchen? – Vortrag oder Seminar

Ausgewählte Publikationen zu Bodenbearbeitung:

Beste, A. (2019): Und es geht doch! Über schonendes Bodenmanagement ohne Glyphosat und den Ausstieg aus Mythen und Pestizidfallen. In: Der Kritische Agrarbericht 2018

Beste, A.; Idel, A. (2. Auflage 2018): Vom Mythos der klimasmarten Landwirtschaft oder warum weniger vom Schlechten nicht gut ist.

Beste, A. (2018): SoilMatters …. On humus, soil structures & the limits of no-till. On ARC2020

Beste, A.(2015): Down to Earth – Der Boden von dem wir leben. Studie zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft.

Beste, A. (2009): Gefügeuntersuchungen im Bodenbearbeitungsvergleich FILL. Luxemburg

Beste , A. (2008): Pfluglose Bodenbearbeitung – sinnvoll oder nicht? In: Bodenschutz 4/2008

Nach wie vor aktuell:

Praxisnaher Ratgeber
Beste A. (2005): Landwirtschaftlicher Bodenschutz in der Praxis. Grundlagen, Analyse, Management.
Erhaltung der Bodenfunktionen für gesunde Erträge – Humusaufbau, Fruchtfolgegestaltung, Bodenbearbeitung für den Aufbau der Bodenfruchtbarkeit, Gewässerschutz und Hochwasservermeidung. bestellen

Beste, A. (7. Auflage, 2020): Klimawandel und Landwirtschaft. Wieviel Wasser kann mein Boden bei Starkregen speichern? Wieviel Trockenheit fängt mein Boden auf? Verbesserung der Bodenfunktionen und Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit mit Hilfe der Qualitativen Bodenanalyse. Anleitung, BBÖA, Mainz. bestellen

Weitere Publikationen finden sich hier.