Bodenanalyse anhand der Bodenstruktur

Die Verengung der Fruchtfolgen und der Ersatz von Zwischenfrüchten mit hohem Humusreproduktionspotential durch humuszehrende Energiepflanzen führen zu einem für die Herausforderungen des Klimawandels kontraproduktiven weiteren Humusabbau. Humusschwund und der damit zusammen hängende Rückgang der biologischen Aktivität verstärken Verdichtung und Erosion und verringern die Infiltrations- und Speicherkapazität für Wasser. Dies verstärkt die Folgen des Klimawandels – Extremregenfälle, Hochwassergefahr und Dürre – wesentlich.

Für eine Beurteilung der ökologischen Funktionsfähigkeit sowie der Belastbarkeit von Böden stehen viele wissenschaftliche Methoden zur Bodenanalyse zur Verfügung, die unterschiedliche Bodenindikatoren zur Beurteilung heranziehen: zum Wasserkreislauf, zur Nährstoffversorgung, zur Bodenstruktur und zur Belebtheit des Bodens. Je nach Fragestellung können sie wichtige Teil-Informationen liefern. Einige sind sehr aufwendig und abhängig von teuren Laborgeräten, haben aber nur eine sehr begrenzte Aussagefähigkeit. Andere sind einfach und auf dem Feld selber durchführbar und geben ein qualitatives Gesamtbild.

Bodenindikatoren sind wichtig, um die Nachhaltigkeit des Umgangs mit der Ressource Boden zu analysieren und zu bewerten. Im Zuge der Diskussion darüber zeigt sich immer wieder, dass die Definitionen und Auffassungen verschiedener Fachdisziplinen hinsichtlich der Bodenindikatoren vielfältig und unterschiedlich sind. Je nach Zielwert der Untersuchung sind unterschiedliche Indikatoren auch notwendig.

Bodenexperten weltweit halten eine Analyse anhand der Bodenstruktur für sehr aussagekräftig.
Wasserhaushalt, Humusgehalt, Organismentätigkeit und – vielfalt stehen mit dem Bodengefüge in komplexer Wechselbeziehung – und damit die Grund- und Oberflächenwasserqualität, die Hochwassergefährdung, die Erosionsgefährdung, die Befahrbarkeit sowie die Pflanzenernährung und Ertragsbildung.

Ich habe 2001 eine wissenschaftliche Methode zur Beurteilung des Bodengefüges entwickelt, die eine bodenart- und horizontspezifische Bewertung liefert.

Sie ermöglicht auch qualitative Aussagen zur Humusversorgung, zum Bodenleben und zur Wasserhaltekapazität.

In leicht vereinfachter Form ist die Methode auch von jedem Praktiker ohne zusätzliche Technik anwendbar.

Angebot: Bodenuntersuchungen und ihre Aussagekraft – Vortrag oder Seminar

Angebot: Bodenbewertung mit der Qualitativen Strukturanalyse nach BESTE – Vortrag, Workshop oder Seminar

Angebot: Gesunde Bodenstruktur – Management & Analyse – Vortrag oder Seminar

Qualitative Strukturanalyse

Die Qualitative Strukturanalyse liefert eine gesunde Basis für alle weitergehenden Maßnahmen. Sowohl für die praktischen Maßnahmen des Landwirts vor Ort, als auch für Managementpläne zum Bodenaufbau – beispielsweise in der Vertragslandwirtschaft.

Verdichteter Boden - Lehm
Mit Hilfe der Spatenprobe lässt sich das Gefüge gut Untersuchen.
Verdichtete Bodenstruktur vergrößert - Lehm
Dabei werden Verdichtungen auch im Mesogefüge sofort erkannt.
Bodenfruchtbarkeit - gesunde Bodenstruktur - Tonboden
Eine krümelige, gut durchporte Struktur wird positiv bewertet.
krümelige Bodenstruktur - Lehm
Dabei wird auch die Art des Zerfalls getestet.

Gefügebonitur

Die Qualitative Gefügebonitur nach BESTE ist bodenspezifisch und horizontspezifisch.
Das heißt, es gibt für Sand-, Ton- und Lehmböden jeweils einen speziellen Boniturbogen.
Jeder Bodenhorizont wird separat bewertet.
Noten von 1 – 5 stehen für das qualitative Ergebnis.

Die Beurteilung des Gefügezustands erfolgt über das Abweichen des beobachteten Ist-Zustandes vom beschriebenen Soll-Zustand.
Dies lässt eine schnelle bewertende Einordnung zu.
Merkmalsvorgaben erleichtern die Entscheidung auch bei geringer bodenkundlicher Vorbildung.

Gefügebonitur nach BESTE
Prinzip der Qualitativen Gefügebonitur nach BESTE

Test der Aggregatstabilität

Für den Verschlämmungstest der Aggregatstabilität nach BESTE werden die Bodenteilchen bei aktueller Bodenfeuchte – also so wie sie aus dem Feld geholt wurden – abgesiebt. Trocknet man sie vor, verändert man stark die biologischen Verklebungsmechanismen!

Die Verschlämmungsbonitur wurde für Aggregatgrößen zwischen 3 und 5 mm entwickelt, da sie deutlich mehr biologische Stabilisierungsmechanismen aufweisen als kleinere Aggregate.

Die Bonitur des Zerfallstests ist bodenspezifisch.
Das heißt, es gibt für Sand-, Ton- und Lehmböden jeweils eine spezielle Bonitur.
Die Zerfalsstufen sind 2, 1 und 0 für stabil, halb zerfallen und ganz zerfallen.

Häufig wird in wissenschaftlichen Publikationen von einer hohen Aggregatstabilität auf einen biologisch stabilisierten, guten Gefügezustand geschlossen, ohne dass das Gefüge überprüft wird.

Allein eine Gefügebonitur liefert aber letztlich Klärung darüber, ob eine hohe Aggregatstabilität durch innere Verdichtung der Aggregate, durch eine Kalkung oder durch biologische Stabilisierung verursacht wurde.
Daher ist eine Durchführung beider Bonituren empfehlenswert.

Verschlämmungstest nach BESTE
Bonitur des Aggregatstabilitätstests nach BESTE - hier für Sandböden

Beispiel1:

Analyse des guten ökologischen Zustands landwirtschaftlicher Flächen

Analyse im Auftrag der Landwirtschaftskammer Luxemburg

Beispiel 2:

Gefügeuntersuchung von 100 Flächen von Vertragslandwirten für einen Lebensmittelkonzern

Zusammengefasstes Ergebnis von qualitativer Gefügeuntersuchung und Aggregatstabilitätstest

Ausgewählte Publikationen zur Bodenanalyse:

Beste, A. (7. Auflage, 2020): Wieviel Wasser kann mein Boden bei Starkregen speichern? Wieviel Trockenheit fängt mein Boden auf? Verbesserung der Bodenfunktionen und Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit mit Hilfe der Qualitativen Bodenanalyse. Anleitung zur Analyse. bestellen

Beste, A.; Rajala, J. (2007): Optimierung der Bodenfunktionen durch Fortbildung und Beratung zum Strukturaufbau.

Beste, A. (2003): Erweiterte Spatendiagnose. Weiterentwicklung einer Feldmethode zur Bodenbeurteilung.
Dissertation.

Beste, A. (1998): Extended Spade Diagnosis. In: Sustainable Land Management. Guidelines for Impact Monitoring. Centre for Development and Environment (cde), Bern (CH) & Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (gtz) (Hg.), Eschborn

Nach wie vor aktuell:

Praxisnaher Ratgeber
Beste A. (2005): Landwirtschaftlicher Bodenschutz in der Praxis. Grundlagen, Analyse, Management.
Erhaltung der Bodenfunktionen für gesunde Erträge – Humusaufbau, Fruchtfolgegestaltung, Bodenbearbeitung für den Aufbau der Bodenfruchtbarkeit, Gewässerschutz und Hochwasservermeidung. bestellen