Publikationen und Podcasts zu Agrifood- & Umweltpolitik

In chronologischer Reihenfolge

 

Die Markierung zeigt Ihnen, welche Publikationen eher von wissenschaftlichem Interesse und welche eher für die Praxis geeignet sind.

wissenschaftlichfür die Praxis

Beste, A. (2021) Greenwashing & viel Technik. Vermeintlich nachhaltige Lösungen für die Landwirtschaft. Im Auftrag von Greens/EFA im EP.

Seit vielen Jahren ist klar, dass die Landwirtschaft in Europa nachhaltiger werden muss und eines grundlegenden Wandels bedarf. In den letzten Jahren werden vermehrt „innovative“ Techniken oder Produkte als DIE eine große Lösung vorgestellt – Beispiele dafür sind Präzisionslandwirtschaft, Indoorfarming, neue Gentechnik oder Carbon Farming. Oft wird suggeriert, man könne damit nun die Probleme des landwirtschaftlichen Systems lösen, obwohl nur Teilbereiche betroffen sind. Kann Carbon Farming die Landwirtschaft klimafit machen? Ist Indoorfarming nachhaltig? Kann man mit neuer Gentechnik widerstandsfähigere Pflanzen züchten? Löst Präzisionslandwirtschaft die Frage der Überdüngung?

In dieser Studie wird bei einigen der aktuell prominent diskutierten technischen „Nachhaltigkeitslösungen“ genauer hingeschaut und es werden kritische Fragen zu ihrer Wirksamkeit gestellt. Reichen die in politischen Papieren und den Medien prominent diskutierten Techno-Fixes um die Landwirtschaft in Einklang mit Ökosystemen, dem Tierwohl und den gesellschaftlichen Bedürfnissen zu bringen?

Beste A. (2021): Flood Protection – Let’s Start with Soil. Auf: ARC2020

Viel Geld wird investiert, um Dämme und Rückhalte-Polder zu bauen, die vor Überschwemmungen schützen sollen, um technisch aufwendige Abflussregulierung – beispielsweise in Weinbergen – zu betreiben oder Acker in Auen in Grünland umzuwandeln.
Solche Maßnahmen bekämpfen dennoch nicht die Ursachen der bodenbedingten Hochwasserentstehung. Sie sind auch kein Mittel zur Erosionsbekämpfung und indem das dringend benötigte Wasser einfach abgeleitet wird, haben die Nutzpflanzen auf den Flächen nichts davon und die Hochwassergefahr steigt. Ein Faktor fällt völlig aus dem Fokus der EU-Hochwassermanagement Richtline oder auch der Regelungen zum Bodenmanagement in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP): Bodenverdichtung. Böden leiden in vielen intensiv bewirtschafteten Regionen Europas und auch Deutschlands unter zunehmender Verdichtung. Die Böden halten das Wasser nicht mehr in der Fläche. Die „Regenverdaulichkeit“ sinkt. Dagegen kann man etwas tun….

Link zum Artikel

ARC2020 ist eine europäische Diskussionsplattform zu nachhaltigen Ideen und Praktiken für die Landwirtschaft von Morgen.

ZDF Podcast Terra X vom 8. Oktober 2021: Sind unsere Äcker noch zu retten? – Andrea Beste, haben wir wirklich nur noch 60 Ernten?

Dirk Steffens spricht mit Dr. Andrea Beste über Boden. Wie entsteht er? Wie gehen wir mit ihm um? Machen wir Böden wirklich kaputt? Wie sieht ein gsunder Boden aus? Und was können wir besser machen?

Beste, A. (2021): Agroforestry and CAP – all Talk, no Trees! On ARC2020

Die Agroforstwirtschaft wird in vielen verabschiedeten Texten und Direktiven aus Brüssel positiv hervorgehoben und auch im Rahmen der GAP wird sie erwähnt und als mögliche Maßnahme der Eco-Schemes vorgeschlagen. Trotz ihrer unbestrittenen Vorteile ist sie noch weitgehend unbekannt. Und was verwunderlich ist: Der derzeitige Prozess der GAP-Strategiepläne scheint sie quasi zu übersehen – alles nur Show, keine Substanz?

Link to the article

ARC2020 is a European discussion platform on sustainable ideas and practices for tomorrow’s agriculture.

Beste, A. (2021): Hochwasserschutz fängt bei den Böden an!

Viel Geld wird investiert, um Dämme und Rückhalte-Polder zu bauen, die vor Überschwemmungen schützen sollen oder um technisch aufwendige Abflussregulierung – beispielsweise in Weinbergen – zu betreiben.
Solche Maßnahmen lenken zwar das Wasser, bekämpfen aber nicht die Ursachen der bodenbedingten Hochwasserentstehung. Sie sind auch kein Mittel zur Erosionsbekämpfung und indem das dringend benötigte Wasser einfach abgeleitet wird, haben die Nutzpflanzen auf den Flächen nichts davon und die Hochwassergefahr steigt. Ein Faktor fällt seit Jahren völlig aus dem Fokus: Bodenverdichtung. Böden leiden in vielen intensiv bewirtschafteten Regionen Europas und auch Deutschlands an zunehmender Verdichtung. Die Böden halten das Wasser nicht mehr in der Fläche. Die „Regenverdaulichkeit“ sinkt. Dagegen kann man etwas tun….

Hintergrund des BUND zum Thema Boden und Hochwasser

Beste, A. und Landzettel, M. (2021): Regenerative Landwirtschaft – neue Idee oder Revival? In: Ländlicher Raum 2/2021

In den letzten Jahren geistern neben Ökolandbau und Biolandbau immer mehr Umschreibungen für „nachhaltige Landwirtschaft“ durch die Medien und Fachtexte. Eine davon ist „Regenerative Landwirtschaft“, ein System, das dem Ökolandbau ähnlich ist, sich aber in einigen Punkten auch deutlich unterscheiden kann.

Video 3Sat Sendung “Scobel: Lebensraum Boden”. 8. April 2021

Zusammen mit seinen Gästen taucht Gert Scobel ein in diese geheimnisvolle “Unterwelt” und zeigt, warum der Mensch und viele andere Lebewesen sie zum Überleben brauchen – und warum die bisherigen politischen Maßnahmen nicht reichen, um sie zu retten. Darüber hinaus werden eine Reihe innovativer Wege vorgestellt, die Ressource zu schützen und für die Zukunft zu erhalten.
Gäste:

Dr. Andrea Beste, Geografin, Agrarwissenschaftlerin und Bodenexpertin

Prof. Martin Grassberger, Mediziner und Biologe

Peter Laufmann, Forstwirt, Umwelt- und Wissenschaftsjournalist

Sendung Scobel ‘Lebensraum Boden’

Beste, A. (2021): A Soil Scientist’s Perspective – Carbon Farming, CO2 Certification & Carbon Sequestration in Soil. Auf ARC2020.

„Carbon farming“ heißt das neue Schlagwort, das in der EU-Kommission sowie Europas Landwirtschaftsministerien und –kammern und in vielen Projekten heiß diskutiert wird. Mit der Verabschiedung der Verordnung zur Anrechnung der Emissionen aus Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) 2017 sollten diese Sektoren in den neuen Rahmen für die Energie-und Klimapolitik der EU für den Zeitraum 2012-2030 einbezogen werden. Sie sollen zu dem Ziel der EU beitragen, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55% gegenüber dem Stand von 1990 zu senken. Die Farm to Fork Strategie der EU-Kommission befürwortet in diesem Zusammenhang auch CO2-Zertifikate für die Landwirtschaft.
Aus meiner Sicht ist das nicht zielführend. Beim Thema Humus und Böden müssen Bodenfruchtbarkeit und Ökosystemleistungen sowie eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel im Vordergrund stehen und nicht CO2-Speicherung, Zertifikatehandel und Kohlenstofflagerstätten. Die Ökonomisierung dieses herausgenommenen Faktors im landwirtschaftlichen Ökosystem berücksichtigt den Schutz der Ökosystemleistungen nicht ausreichend und verleitet zu einseitigen Maßnahmen…..

Link zum Artikel

ARC2020 ist eine europäische Diskussionsplattform zu nachhaltigen Ideen und Praktiken für die Landwirtschaft von Morgen.

Beste, A. (2021): Precision Farming – or “The Emperor’s New Clothes”? Auf ARC2020.

Die „Digitalisierung der Landwirtschaft“ bzw. das sogenannte „precision farming“ wird von vielen Seiten lautstark und wiederholt als die Lösung für die aktuellen Umweltprobleme der Landwirtschaft gepriesen.
Hightech auf dem Acker soll Klima, Umwelt und Artenvielfalt schonen. Die fachliche Diskussion darüber, ob die Umweltleistungen dieser Innovationen eigentlich erwiesen sind, wer Zugang zu diesen Technologien hat und wer die Daten kontrolliert, wird nur vergleichsweise wenig geführt. In welcher Größenordnung können die Techniken der Präzisionslandwirtschaft wirksam werden? Wie gut helfen sie wirklich dabei, die Landwirtschaft nachhaltiger zu machen? Sind die laut geäußerten Vorschusslorbeeren berechtigt?

Link zum Artikel

ARC2020 ist eine europäische Diskussionsplattform zu nachhaltigen Ideen und Praktiken für die Landwirtschaft von Morgen.

Beste, A. (2021): Bodenschutz und Klimaanpassung: Ein guter Boden ist der beste Wasserspeicher! Vortrag Biofach 19.02.2021

Gesunde Böden können nicht nur reichlich Regenwasser aufnehmen und wie ein Schwamm für Dürrezeiten speichern, sie sind auch der beste Wasserreiniger und sorgen so für sauberes Grund und Oberflächenwasser. Warum Ökolandbau so wichtig für unser Trinkwasser ist…

Podcast von Radio Slow-Food: Gesunder Boden, gesundes Brot, gesunder Mensch. 4. Februar 2021

Die Aktion “Boden-Brot” von “Die Freien Bäcker e.V.“ hat das Convivium München als Anlass genommen, sich in seiner neuen Ausgabe des Radio Slow-Food mit dem Thema Boden ausführlicher zu beschäftigen.

Interview mit Dr. Andrea Beste zum Zustand der landwirtschaftlichen Böden, zu Ökosystemdienstleistungen und nachhaltigen Praktiken ab Minute 7.

Sendung Radio Slow-Food

Beste, A. (2020): Klimaextreme: Systemanpassung statt Techno-Fixes. In Gen-ethischer Informationsdienst 255.

Initiativen wie die „Global Alliance for Climate-Smart Agriculture“, setzen überwiegend auf ein industrielles Agrarmodell, statt auf ökologische Systeme. Das ist nachvollziehbar, da die Mitglieder mit der Förderung agrarökologischer Methoden ihren eigenen Geschäftsinteressen (z.B. Dünger- und Pestizidabsatz bei Yara und Syngenta) schaden würden. Die Züchtung trockenheits- oder salztoleranter Pflanzen mit Mitteln der Gentechnik wird dabei als Heils-Lösung angepriesen. Doch Trockenheits- oder Salztoleranz sind Merkmale, die Pflanzen in direkter Interaktion mit ihrer Umwelt über mehrere Generationen ausprägen. Robuste Systeme und pflanzen mit agrarökologischen Maßnahmen zu erzeugen, ist viel aussichtsreicher als diese künstlich mit unbekannten Nebenwirkungen zu erschaffen.

Beste, A. (2020): Genau hinsehen lohnt sich. Ein Artikel zu Ökolandbau, Agrarökologie, regenerativer Landwirtschaft und Hybridlandwirtschaft. In: Magazin des Bodenfruchtbarkeitsfonds der Bio-Stiftung Schweiz 2/2020.

In den letzten Jahren haben begriffliche Umschreibungen für «nachhaltige Landwirtschaft» stark zugenommen. Agrarökologie, regenerative Landwirtschaft, Hybridlandwirtschaft, wer blickt da noch durch? Was also ist wirklich nachhaltig und lässt sich das überhaupt nachprüfen? Ein Versuch, das Dickicht etwas zu lichten und aufzuzeigen, dass es wichtig ist, genauer hinzusehen.

Beste, A. (2020): Zwischen Burn-out und Sold-out –
die unterschätzte Ressource Boden. In: Alternative Kommunalpolitik 6/2020.

“Noch 60 Ernten, dann ist Schluss!“ Maria Helena Sameda schockte 2015 mit diesem Satz die Öffentlichkeit. Die Ressourcenschutz-Expertin der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO sagte, den Böden gehe es weltweit sehr schlecht und die Verschlechterung gehe rasant weiter. Wenn wir das nicht aufhielten, dann gäbe es für den größten Teil der Menschheit im Jahr 2076 nichts mehr zu essen….
Wie können wir das verhindern?

Beste, A. (2020): Mikroplastik im Boden. Willkommen im Plastozän. In: Politische Ökologie 161

In der Luft, im Wasser und im Boden – überall finden sich mittlerweile kleinste Kunststoffpartikel. Und nicht alles, wo “kompostierbar” drauf steht, ist es auch. Ersatz oder Recycling allein genügen nicht. Wir müssen, wie in vielen anderen Lebensbereichen auch, auf eine starke Reduzierung des Ge- und Verbrauchs setzen.

Beste, A. (2020): Hybridlandwirtschaft als Alternative? Contra Hybridlandwirtschaft. Prinzipien des Biolandbaus sind Voraussetzung! In: Ökologie & Landbau 3/20

Neben der Agrarökologie und dem Ökolandbau bestimmt ein weiteres Produktionssystem die Debatte um eine nachhaltigere Landwirtschaft. Die als Hybridlandwirtschaft bezeichnete Anbauweise gibt vor, Aspekte der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft in einem dritten Weg zu vereinen. Warum die Autorin das nicht für zielführend hält, lesen Sie in ihrer Antwort auf Prof. Taube.

Beste, A. (2020): Klimasmarte Landwirtschaft – Ein guter Ansatz gegen den Klimawandel oder bloß Greenwashing? In: Klima. Wandel. Landwirtschaft. Kühle Lösungen für heiße Zeiten. Dokumentationsband der 27. Witzenhäuser Konferenz. Seite 96 ff

Seit mehr als drei Jahrzehnten steht Klimaschutz auf der politischen Agenda, gleichzeitig sind die Treibhausgasemissionen stetig gestiegen. Diese Situation erfordert dringend einen Wandel zu einer klimafreundlichen Lebensweise und eine Anpassung an die zunehmende globale Erwärmung. Die Landwirtschaft ist als Mitverursacherin von Emissionen eine wichtige Stellschraube, um das Ausmaß der zukünftigen Erderwärmung zu reduzieren und ist gleichzeitig hoch anfällig für Klimaveränderungen. Die 27. Witzenhäuser Konferenz brachte diese beiden Themen im Dezember 2019 zusammen. Wissenschaftler*innen, Praktiker*innen und Interessierte befassten sich gemeinsam damit, wie eine nachhaltige, ökonomisch und ökologisch resiliente Landwirtschaft in Zukunft aussehen könnte…

Beste, A. (2020): Leben im Plastozän. Über die kaum erforschte Belastung unserer Böden mit Mikroplastik. In: Kritischer Agrarbericht 2020

Plastik galt lange vor allem als Bedrohung für die Meere. Doch auch in Flüssen, Seen und Böden nimmt die Verschmutzung durch Mikroplastik ungehindert zu. Weil Mikro- und Nanoplastik in Kläranlagen nich vollständig herausgefiltert werden können, gelangen dies Kunststoffpartikel auch in das geklärte Wasser, aber über den Klärschlamm vor allem in die Böden. Klar ist: In der Umwelt wird Mikro- und Nanoplastik nur über sehr lange Zeiträume abgebaut. Über Kleinstlebewesen und Pflanzen, die Mikro- und Nanoplastik aufnehmen, gelangt es in die Nahrungskette und auch auf unsere Teller. Was kann man dagegen tun?

Beste, A. (2020): Klimagerechte Landwirtschaft – warum weniger vom Schlechten nicht gut ist. In: Ländlicher Raum 1/20

Eine Kurzfassung der für den Salus Medienpreis 2019 nominierten Studie von 2018…

Vortrag Dr. Andrea Beste “Bodenbeurteilung und Bodenfruchtbarkeit”, 25.1.2020

Vortrag im Rahmen des Symposiums “Aufbauende Landwirtschaft” 24. – 26. Januar 2020, Schloss Tempelhof.

Beste, A. (2019): Comparing Organic, Agroecological and Regenerative Farming. 3-teilige Serie. Auf ARC2020.

Link zum Artikel

ARC2020 ist eine europäische Diskussionsplattform zu nachhaltigen Ideen und Praktiken für die Landwirtschaft von Morgen.

Die deutsche Version der 3-teiligen Serie finden Sie hier:

Beste, A.; Häusling M. (2019): Wenn Ideologie die Frage nach dem Sinn verstellt. EU-Mercosur-Abkommen: „Kuh-Handel“ zu Lasten der Umwelt und der bäuerlichen Landwirtschaft. In: ila 429

Die deutsche Automobilindustrie verspricht sich einiges vom EU-Mercosur-Abkommen. Dass die wirtschaftlichen Machtgruppen in Lateinamerika dafür leichteren Zugang für Fleisch und andere Agrarprodukte auf die europäischen Märkte einforderten, wurde von den EU-Unterhändlern bei den Verhandlungen akzeptiert. Dieser „Kuh-Handel“ berührt keineswegs nur die Interessen der hiesigen Fleischproduzenten, sondern wäre ein weiterer fataler Schritt, der die Zerstörung der Wälder und Böden in Lateinamerika weiter vorantreiben würde…

Podcast „Mehr Bodenschutz wagen!“

Interview mit Dr. Andrea Beste zum Zustand der landwirtschaftlichen Böden, zu Ökosystemdienstleistungen und nachhaltigen Praktiken.

In der Reihe SWR Aktuell, 30.05.2019

Interview mit Dr. Andrea Beste für SWR Aktuell

Beste, A. (2019): Paragraph 17 und die ‚gute fachliche Praxis‘ – schützt das Bodenschutzgesetz in Deutschland landwirtschaftliche Böden? In: Bodenschutz in Politik und Praxis Dokumentationsband der 26. Witzenhäuser Konferenz 04.12 – 08.12.2018

Kostenpflichtig hier zu erwerben

Beste, A. (2019): Es muss jetzt etwas passieren. Kommentar zum Bodenzustandsbericht. In: Ökologie & Landbau 2/19.

Der erste “Bodenzustandsbericht Landwirtschaft” ist eine Premiere in Deutschland: Zum ersten Mal wurde deutschlandweit und repräsentativ mit einer Inventur der landwirtschaftlich genutzten Böden begonnen. Die Medien berichteten vor allem über die hohen Summen an Humus, die insgesamt in den Böden Deutschlands gespeichert sind. Diese Betrachtung verschleiert jedoch den bedrohlichen Zustand, in dem wir uns landwirtschaftlich befinden: Da Moor- und Grünlandböden mit eingerechnet wurden, verschleiert die Gesamtzahl den Humusverlust in Ackerböden.

Literaturverzeichnis zum Artikel

Beste, A. (2019): Den Etikettenschwindel enttarnen: Glyphosat ist weder Boden- noch Klimaschutzmittel!

Factsheet zu Glyphosat und Bodenschutz des BUND

Die Behauptung, Pflugverzicht täte dem Boden und dem Klima gut und würde sogar das Bodenleben schützen, wurde in den letzten Jahren von vielen Seiten massiv vertreten. Immer wieder wird darauf hingewiesen, mit Mulch- oder Direktsaat könne man Humusaufbau betreiben. Alle diese Behauptungen sind schlicht falsch. Denn es kommt in erster Linie darauf an, wieviel und welches organisches Material in die Böden eingebracht wird und nicht, ob es untergepflügt wird oder nicht. Der Verzicht auf den Pflug allein führt entgegen häufig wiederholter Behauptung nicht zu einem nennenswerten Humusaufbau. Das hat eine internationale Auswertung von 69 weltweiten Vergleichen bestätigt…..

Beste, A. (2019): Und es geht doch! Über schonendes Bodenmanagement ohne Glyphosat und den Ausstieg aus Mythen und Pestizidfallen. In: Der Kritische Agrarbericht 2018: “Landwirtschaft für Europa”.

Ausgehend von der Diskussion um Bodenerosion hat sich im Ackerbau in den letzten Jahrzehnten – besonders in Ostdeutschland – die pfluglose Bodenbearbeitung etabliert. Im Zusammenhang damit stieg der Einsatz des Totalherbizids Glyphosat auf den Feldern stark an. Der höhere Unkrautdruck und der damit zwangsläufig steigende Pestizideinsatz wurden in den unterschiedlichen Forschungsansätzen zu dieser Art der Bodenbearbeitung zunächst jedoch ausgeblendet. Die angebliche Unverzichtbarkeit des Mittels Glyphosat wird in der Öffentlichkeit vor allem mit den vermeintlich positiven Effekten für den Boden- und Klimaschutz begründet. Der Beitrag skizziert den Veränderungsprozess bei der Bodenbearbeitung und die ihn begleitende Diskussion in der (Fach-)Öffentlichkeit, räumt mit dem Mythos Boden- und Klimaschutz auf und zeigt, dass und wie ein schonendes Bodenmanagement ohne das Totalherbizid Glyphosat aussehen kann.

Beste, A. (2018): Mehr Bio für Bayern. Gemeinschaftsverpflegung als Absatzmotor für ökologisch erzeugte Produkte mit regionalem Bezug in Bayern. Im Auftrag von Bündnis 90 Die Grünen im Landtag Bayern.

Die Studie beschreibt die gesetzlichen Grundlagen sowie Hemmnisse und Chancen der Förderung des Angebots von regionalen Bioprodukten in der Gemeinschaftsverpflegung. Best practice Beispiele aus Deutschland und Europa zeigen, woran es manchmal hapert, aber auch, wie es gehen kann.

Beste, A.; Idel, A. (2. Auflage 2018): Vom Mythos der klimasmarten Landwirtschaft oder warum weniger vom Schlechten nicht gut ist. Im Auftrag von Greens/EFA im EP.

Nominiert für den Salus Medienpreis 2019!

In der Studie wird anhand vieler Fakten aufgezeigt, warum das System der sogenannten „modernen“ Intensivlandwirtschaft klimaschädlich statt klimasmart ist und warum Korrekturen mittels Big Data, Präzisionslandwirtschaft und Leistungssteigerung per Hektar oder Kuh daran nicht grundlegend etwas ändern können.

Wie Ackerbau und Tierhaltung wirklich nachhaltig klimaschonend und klimaangepasst gestaltet werden können, warum man dafür Rinder nicht verteufeln darf und wie man landwirtschaftliche Systeme „resilient“ – also widerstandsfähig und flexibel macht, damit sie Extremwetterlagen möglichst lange ausgleichen können, wird beschrieben. Welche Rolle dabei Ökolandbau, Permakultur und Agroforstsysteme spielen können, wird ebenfalls dargelegt.

Siehe auch aktuell: hr mex, 11.8.2021: Klimakiller Kuh – warum Muhen auf der Weide nicht das Problem ist…

Videostatement zur Studie von Dr. Luca Montanarella, verantwortlich für das European Soil Data Centre (ESDAC) in der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission (JRC)

Video 3Sat Sendung “Nano” 15.08.2018
Boden-Burnout – Die Qualität von einem Drittel der weltweit nutzbaren Böden ist schlecht: “Noch 60 Ernten, dann ist Schluss”, sagt eine Studie der Vereinten Nationen. Der Grund: erodierte Böden. Auch in Europa. Was tun?

Beitrag mit Dr. Andrea Beste

Boden-Burnout

Beste, A. (2018): Alroundtalente Leguminosen. In: Der Kritische Agrarbericht 2018 „Globalisierung gestalten“. S. 47 ff

In der Fruchtfolge haben Körnerleguminosen wichtige Vorteile. Sie erhalten die Leistungsfähigkeit der Böden, verbessern die Stickstoffversorgung und erhöhen die Qualität der Folgefrucht. Bei intensiven landwirtschaftlichen Systemen ist allein die Herstellung des Mineraldüngers für 50 Prozent des Energieverbrauchs pro Hektar verantwortlich. Wird N über Leguminosen fixiert, dann verbessert sich unter anderem die CO2-Bilanz deutlich…

Beste, A.; Patzel, N; Wilhelm, B.(2017): Il suolo como base della vita. In: Caring for our soil. For WWF Italy

Erde. Was fällt Ihnen dazu ein? Die Frage wurde Studenten im zweiten Semester eines Studiengangs für erneuerbare Energien gestellt; sie hatten fünf Minuten Zeit, ihre Gedanken zu Papier zu bringen. Die Antworten drehen sich um “der Boden ist schmutzig”, “er erodiert”, “ich laufe darauf” und dergleichen. Für alle aber, wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung, gilt: “Boden ist Leben”. In der Tat, das ist es. Der Boden, auf dem wir stehen, ist die Basis für alles Leben, unabhängig von den Meeren. Aber was nehmen wir davon mit? Fast überall verschwindet der Boden. In Deutschland verlieren die Felder jährlich zehn Tonnen Boden pro Hektar durch Erosion, Abfluss und Humusabbau. Auf europäischer Ebene sind die Dinge nicht besser. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Der Boden, mit all seinem Leben, muss geschützt werden, seine Regenerationsfähigkeit muss gewahrt bleiben. Die Autoren stellen ihre Überlegungen zu diesem Thema vor…

Podcast Landwirtschaft und ihre Folgen (2/4): Vom Sterben des Bodens. WDR 5 Tiefenblick | 30.04.2017 | 27:50 Min.

Ohne Wasser, Luft und Boden können wir nicht leben. Pflanzen und Tiere sind die Grundlage für unsere Nahrung. Ausgerechnet die moderne Landwirtschaft gefährdet diese natürlichen Ressourcen. Von Tanja Busse; Redaktion: Dorothea Runge; Produktion: WDR 2017

Vom Sterben des Bodens

Beste, A. (2017): Vergiftet. Pestizide in Boden und Wasser – das Beispiel Glyphosat In: Der Kritische Agrarbericht 2017. Schwerpunkt Wasser.

Die Bewirtschaftungspraxis der industrialisierten Landwirtschaft, gekennzeichnet durch Monokulturen und mineralische Düngung, begünstigt den Befall mit Schädlingen und die Entwicklung von Unkrautpopulationen. Für wirtschaftliche Erträge ist der Einsatz von Pestiziden in der konventionellen Landwirtschaft daher zwingend eingeplant. Dabei gelangen diese in großem Umfang auch in den Boden, in Oberflächengewässer und sogar in das Grundwasser. Der folgende Beitrag kommt daher zu dem Ergebnis: Pestizide machen den Ackerbau auf den ersten Blick vielleicht einfacher, doch sinnvoll sind sie langfristig nicht, denn sie wirken oft nicht nur schädlich auf Nichtzielorganismen und Nützlinge, sondern auf das ganze Agrarökosystem.

Auch interessant: Studie der Uni Wageningen von 2018 zum Thema.

Beste, A. (2016): Zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft. Ein Diskussionsbeitrag zur Nachhaltigkeit! In: Bodenschutz 2/2016

Die Ergebnisse aus verschiedenen europäischen Forschungsprojekten
zum Zustand der Böden, die in den letzten Jahren abgeschlossen wurden, sind besorgniserregend. Viele Böden, zeigen regelrechte Burn-out-Symptome. Das ist besonders schlimm, weil wir im Hinblick auf den Klimawandel besonders fitte und gesunde Böden in Europa bräuchten, um genügend Nahrungsmittel zu produzieren, sauberes Trinkwasser zu garantieren und Hochwasserschäden zu vermeiden. Der Boden – unser aller Lebensgrundlage – hat in Europa nach wie vor zu wenig Lobby.
Welche politischen Maßnahmen sind nötig, um dem entgegen
zu treten?

Beste, A.; Faensen-Thiebes, A. (2015): Terra Preta / Pyrolysekohle. BUND – Einschätzung ihrer Umweltrelevanz. Nach wie vor aktuell: Die kritische Einschätzung zu “Biokohle” und Co. BUND, Berlin

Dr. Luca Montanarella, verantwortlich für das European Soil Data Centre (ESDAC) in der Gemeinsamen Forschungsstelle (JRC) der Europäischen Kommission in Ispra und Mitglied im Vorstand des International Technical Panel on Soil (ITPS) im Rahmen der Global Soil Partnership, sagt im Interview im Dezember 2018:
>> Die kritische Einschätzung des “Biokohle” Einsatzes in dieser Publikation teile ich voll und ganz. <<

Vortrag Dr. Andrea Beste “Industrieller Landbau & Biolandwirtschaft
Folgen der Intensivlandwirtschaft und
Perspektiven naturnaher Anbaumethoden” am 09.12.2015.

Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Wachstum zwischen Effizienz, Konsistenz und Suffizienz” der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen in Kooperation mit der TU Dresden.
Ist unsere aktuelle Landwirtschaft eigentlich effizient? Wer profitiert davon? Und wer nicht? …

Beste, A.(2015): Down to Earth – Der Boden von dem wir leben. Studie zum Zustand der Böden in Europas Landwirtschaft. Im Auftrag von Greens/EFA im EP.

Andrea Beste untersuchte in den letzten 15 Jahren selbst über 400 Standorte in Europa – vorwiegend in Deutschland – auf den Zustand der Bodenstruktur. Das geschah im Auftrag von Lebensmittelfirmen, Universitäten und Landwirtschaftskammern oder im Rahmen von Fortbildungsseminaren zum Bodenschutz für Landwirte. In dieser Studie stellt die freie Wissenschaftlerin und Beraterin aktuelles Datenmaterial und Schlussfolgerungen aus verschiedenen europäischen Forschungsprojekten zum Zustand der Böden vor, die in den letzten Jahren abgeschlossen wurden. Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Viele Böden, zeigen regelrechte Burn-out-Symptome. Das ist besonders schlimm, weil wir im Hinblick auf den Klimawandel besonders fitte und gesunde Böden in Europa bräuchten, um genügend Nahrungsmittel zu produzieren, sauberes Trinkwasser zu garantieren und Hochwasserschäden zu vermeiden. Welche Therapie die Böden in Europa dringend benötigten, um sich wieder zu erholen, beschreibt die Autorin auch. Die vorgestellten Methoden, die zum Einsatz kommen könnten, sind nicht neu. Einige wurden lange überschätzt oder unterlagen gar einer Fehleinschätzung. Andere, wirksamere, werden nach wie vor zu wenig angewandt. Der Boden – unser aller Lebensgrundlage – hat in Europa nach wie vor zu wenig Lobby

Beste, A. (2015): Bodenschutz in Europa: Vielfalt auf und im Boden statt technischer Symptombekämpfung. In “Ländlicher Raum” 2/15.

In seinem Buch „Kollaps“ bezeichnet Jared Diamond den falschen Umgang mit dem Boden und daraus folgend den Rückgang der Bodenfruchtbarkeit und die Erosion als eine Ursache für den Zusammenbruch vieler früherer Kulturen. Gesellschaften, die sich im tiefsten Glauben technischer Überlegenheit befanden, steuerten trotz deutlicher Alarmzeichen für die Übernutzung der natürlichen Ressourcen weiter in Richtung Katastrophe. David R. Montgomery beschreibt Ähnliches in seinem Buch „Dreck – Warum unsere Zivilisation den Boden unter den Füßen verliert“ auch für unsere heutige Gesellschaft. Wir sollten daher unsere Aufmerksamkeit früh genug auf den Zustand des Bodens lenken. Der Boden ist für unser Überleben mindestens so wichtig wie das Klima. Daher war der „Bodenatlas“ eigentlich überfällig.

Beste, A. (2015): Industrielle Landwirtschaft mit Zukunftsproblemen. In: Bodenatlas. Daten und Fakten über Acker, Land und Erde.

Beste, A. (2015): Ökolandbau: Der lange Kampf für bessere Böden. In: Bodenatlas. Daten und Fakten über Acker, Land und Erde.

Beste, A. (2014): Grüne Inseln im Sojameer. Eine Reise durch Argentinien und Paraguay mit Martin Häusling, MEP 2013. Reisebericht.

2013 hatte ich die Möglichkeit, Martin Häusling, Mitglied im Europäischen Parlament, nach Südamerika zu begleiten, nach Argentinien und Paraguay. Wir wollten uns vor Ort einen Eindruck der landwirtschaftlichen Situation machen. Wir besuchten sowohl Sojamonokulturen als auch alternative Projekte in Anbau und Vermarktung – grüne Inseln Eben. Und diese machen Hoffnung….

Beste, A.; Börneke, St. (2013): Denn sie wissen, was sie tun… Wie nachhaltige Landwirtschaft aussehen könnte und warum wir sie noch nicht praktizieren. Im Auftrag von Greens/EFA im EP.

Weltweit nimmt der Druck auf die Fläche zu: Schon bald müssen Bauern neun Milliarden Menschen weltweit ernähren. Immer drängender werden die Fragen, welche Systeme der Land- und Bodennutzung dazu in der Lage sind, ohne die Grundlagen der Natur, auf der alle Ernährung beruht, zu zerstören.

Im Weltenretter-Gewand predigen Agrarfunktionäre seit Jahren das Wort von der Alternativlosigkeit von Ertragssteigerungen, um dem Hunger in der Welt entgegen zu treten. Vielmehr sei zu hinterfragen, wie lange wir uns den Ökolandbau mit seinem angeblich unterlegenen Verhältnis von Flächenverbrauch zu Ertrag noch leisten können. In der Tat brauchen wir eine Intensivierung der Landwirtschaft, jedoch eine ökologische!

Die Rezepte der konventionellen Landwirtschaft, mit noch mehr Chemie, Gen- und Großtechnik immer höhere Erträge zu erzielen, funktionieren schon lange nicht mehr. Wo bisher Rekordernten die Regel waren stagnieren die Erträge, und resistente Unkräuter und Schädlinge verbreiten sich.

Die industrielle Landwirtschaft kann die Lösungen, die unsere Zeit braucht, nicht mehr liefern. Im Gegenteil ist sie zur Belastung für einen effizienten und nachhaltigen Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen geworden. Denn klar muss sein: Es geht nur mit der Natur, nicht gegen sie.

Folgenden Komplexen gehen die Autoren in ihrer Analyse nach:

Reichen die Flächen, so wie wir sie heute nutzen, für die Ernährung auf unserem Planeten? Ist der Boden, unter den gegebenen Nutzungsumständen, langfristig produktiv genug? Wie viel Artenvielfalt brauchen wir für ein stabiles System?

Wie es nicht weitergehen kann wissen wir heute. Aber warum ändert sich nichts? Die Autoren beschreiben nicht nur, was schief läuft im gegenwärtigen Agrarsystem. Sondern sie benennen auch, wer von den heutigen Zuständen profitiert – und wer nicht!

Doch was ist unter einer ökologischen Intensivierung zu verstehen? Mit welchen Herausforderungen ist die Abkehr vom Denken im Sinne von Größer und Mehr auch für den Ökolandbau verbunden? Neue Ideen, wie die solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) entstehen. Welche Veränderungen fordern diese sowohl in der Praxis als auch Forschung und Entwicklung? Und: wollen wir Industriefood essen oder reginale, handwerklich verarbeitete Lebensmittel? Welche Regeln brauchen wir dafür auf EU-Ebene und weltweit?

Beste, A. (2012): Artenvielfalt statt Sojawahn. In: Ländlicher Raum 01/2012

Nur noch ein Bruchteil des Eiweißfutters für die europäische Tierproduktion wächst heute in der Europäischen Union, während außerhalb Europas dafür auf 20 Mio. ha Eiweißpflanzen angebaut werden. Über 40 Mio. t werden jährlich importiert, das sind fast 80 % des für die Tierproduktion benötigten Eiweißfutters. Wir nutzen Flächen für unseren Ernährungsstil und unsere Fleischexporte, die auf diese Weise einem Großteil der Menschheit nicht mehr zu deren eigener Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung stehen. Leguminosen aus europäischem Anbau könnten helfen, Tiere mit einheimischem Futter zu versorgen. Gleichzeitig verbessern sie die Bodenfruchtbarkeit und die Klimabilanz des Ackerbaus entscheidend.

Börneke, St.; Beste, A. (2012): Die Ernte der Heuschrecken? Das Weltweite Landgrabbing und die Verantwortung Europas. Im Auftrag von Greens/EFA im EP.

Die von Stephan Börnecke verfasste Broschüre gibt einen Überblick über Ausmaß, Auswirkungen, Akteure und treibende Kräfte des weltweiten Landgrabbings. Sie macht deutlich, dass es einerseits dringend notwendig ist, international gültige und verbindliche Leitlinien der Nachhaltigkeit für Landkäufe zu entwickeln. Es wird aber andererseits auch deutlich, dass die Auswirkungen politischer Entscheidungen die wir in Europa treffen, genauer auf die weltweiten direkten und indirekten Folgen überprüft und gegebenenfalls geändert werden müssen.

Mit einem Kapitel zu “Farmgrabbing” von Andrea Beste.

Summary in English.

Beste, A., Boeddinhaus, R. (2011): Artenvielfalt statt Sojawahn. Wie lässt sich das seit langem bestehende Problem lösen? Im Auftrag von Greens/EFA im EP.

Das Ausmaß der Fleischproduktion und des Fleischkonsums, das in der Europäischen Union seit Jahren vorherrscht, hat nichts mehr mit einer sinnvollen Nutzung von Weideflächen für eine natürliche Fleischproduktion zu tun. Hohe Sojaimporte waren und sind heute eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der Massentierhaltung. Diese Haltungsformen sind nicht nur extrem rohstoff- und energieintensiv, klima- und umweltschädlich und voller Gewalt gegen Tiere – sie sind auch im Hinblick auf die Frage der Welternährung inakzeptabel. Sie führen zur Verdrängung von Kleinbauern in den Ländern, in denen das Soja angebaut wird, verursachen schwere Umweltbelastungen und Vergiftungen der Menschen.

Auch die Abhängigkeit Europas von Eiweißimporten für seine immense Fleischproduktion birgt große Risiken für viele europäische Bauern. Sie sollen, so das Credo der letzten Jahre, für einen Weltmarktpreis produzieren, der ihre europäischen Produktionskosten ohnehin nicht deckt, vom Gewinn ganz zu schweigen. Zudem ist die Tierproduktion in Europa in diesem System der “Fernfütterung” direkt von den Preisschwankungen auf den Weltmärkten abhängig. Viele Betriebe können das nicht verkraften und geben auf.

Wir müssen die Tierhaltung und die Milch- und Fleischproduktion wieder auf den richtigen Weg bringen. Wir müssen der Landwirtschaft eine Perspektive für eine unabhängigere Form der Ernährung mit mehr regionaler Wertschöpfung und mehr Qualität geben. Davon könnten auch Klima, Boden, Wasser und Artenvielfalt profitieren. Was wir brauchen, ist eine sinnvolle Stärkung des heimischen Eiweißpflanzenanbaus!

Die vorliegende Studie ist als erster Schritt in diese Richtung gedacht. Sie gibt einen Überblick über den Status quo bei Leguminosen in Europa und zeigt die notwendigen Handlungsfelder für eine effiziente Stärkung des Eiweißpflanzenanbaus auf.

Beste, A.; Valentin, I. (2010): Bodenschutz in der Landwirtschaft. Ein Streifzug durch Paragraphen, Felder und Forschungslandschaften. In: Der Kritische Agrarbericht 2010

Das Bundes-Bodenschutzgesetz ist gerade zehn Jahre alt geworden, doch ist dies kein Grund zum Jubel: Obwohl die Landwirtschaft als größter Landnutzer massiv auf den Boden einwirkt, sind bei näherer Betrachtung die bodenschutzrechtlichen Regelungen für diesen Bereich oberflächlich und mit anderen Rechtsnormen verquickt. Auch beim Flächenverbrauch konnte das Bodenschutzrecht nicht zu einer Trendumkehr beitragen. Immer noch werden in Deutschland mehr als 100 Hektar täglich durch Siedlungs- und Verkehrsflächen in Anspruch genommen – und dies fast ausschließlich auf Kosten landwirtschaftlich genutzter Flächen. Auf europäischer Ebene werden Regelungen für eine Bodenrahmenrichtlinie derzeit massiv unter der Federführung Deutschlands verhindert. Der Beitrag benennt zunächst die gesetzlichen Lücken für einen wirksamen Bodenschutz. Im zweiten Teil wird erläutert, welchem wachsenden Druck der Boden in der Landwirtschaft tatsächlich ausgesetzt ist, wie sich das Bodengefüge verändert, wenn es keinen wirksamen gesetzlichen Bodenschutz gibt, und wie wenig die Forschung derzeit einen Beitrag leistet für einen achhaltige Bodenbewirtschaftung.

Beste, A. (2010): Mehr Bodenschutz in Forschung und Beratung! In: Gemüsebaupraxis 2/10. Gemüsebau-Info für Österreich, Fachzeit­schrift des Bundesgemüsebauverbandes Österreichs

Die Entwicklung in der heutigen Landwirtschaft geht in Richtung größerer Betriebseinheiten und spezialisierter Produktion. Die Fruchtfolgen werden immer einseitiger und die Maschinen immer größer und schwerer. Aufgrund dieser Entwicklung ist das Grundproduktionsmittel – der Boden – immer schwereren Belastungen ausgesetzt. Die Struktur des Bodens wird geschwächt, Bodenverdichtungen nehmen zu und das Erosionsrisiko wächst. Der Klimawandel bringt schon jetzt schwer kalkulierbare Bedingungen, die diese Prozesse noch enorm verstärken. Was kann man tun, um Böden resilienter zu machen?

Bay, K.; Beste, A.; Höfken, U.; Leibrock, C.; Worm, N. (2009): Den ländlichen Raum lebenswert erhalten und gestalten
- mit einer wertschöpfenden Landwirtschaft!
- mit einer nachhaltigen Agrar- und Ernährungskultur!
Strategiepapier Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) RLP/Saarland

Becker, M.; Beste, A. (2009): Biomasse Forschungsschwerpunkte klammern Nachhaltigkeit bisher aus. In: Bodenschutz 1/2009

Auf mehr als 13 % der Ackerfläche Deutschlands werden inzwischen nachwachsende Rohstoffe angebaut. Dass nicht jede Form der Produktion und Nutzung von Biomasse energetisch effektiv und umweltverträglich ist, wurde in den letzten 2 Jahren mehr und mehr zum Thema der politischen Auseinandersetzung. Was Not tut, ist die Entwicklung eines nachhaltigen Energiepflanzenanbaus. Um so etwas zu erarbeiten bedarf es der Forschung. Welche Schwerpunkte werden in der Biomasseforschung aktuell verfolgt? Eine Recherche des Büro für Bodenschutz und Ökologische Agrarkultur gibt einen stichprobenartigen Einblick in abgeschlossene und noch laufende Forschungsprojekte.

Beste, A. (2008): Ganzheitliche Forschungsansätze sind rar. Frage nach der Nachhaltigkeit des Energiepflanzenanbaus… In: Wohnung und Gesundheit. Fachzeitschrift für Baubiologie und Ökologie. Nr. 129

Becker, M.; Beste, A. (2008): Forschungsansätze klammern Nachhaltigkeit bisher aus. Frage nach der Nachhaltigkeit des Energiepflanzenanbaus in laufenden Forschungsprojekten noch nicht angekommen. In. Ländlicher Raum, 2/ 2008

Auf mehr als 13 % der Ackerfläche Deutschlands werden inzwischen nachwachsende Rohstoffeangebaut. Dass nicht jede Form der Produktion und Nutzung von Biomasse energetisch effektiv undumweltverträglich ist, wurde in den letzten zwei Jahren mehr und mehr zum Thema der politischen Auseinandersetzung. WelcheSchwerpunkte in abgeschlossenen und laufenden Forschungsprojekten zur Biomasseforschungverfolgt werden, darüber informiert eine Recherche des Büros für Bodenschutz und Ökologische Agrarkultur.

Beste, A. (2008): Ansprüche an die Bodenqualität bei zu erwartenden Klimaänderungen. Vortrag Tagung Klimawandel – Auswirkungen auf Landwirtschaft und Bodennutzung, Osnabrück 2008 – Tagungsreader

Im Zuge des Klimawandels ist vermehrt mit Extremregenfällen, Hochwassergefahr und Dürre zu rechnen. Schon heute können unsere Böden diese Extremereignisse oft nicht mehr kompensieren. Unsere Erfahrung aus der qualitativen Bodenanalyse von über 300 Standorten – in Deutschland und Nachbarländern – zeigt, dass viele dramatische Verdichtungszustände übersehen werden, weil herkömmliche Untersuchungsmethoden nicht den Blick auf das Gefüge beinhalten.

Beste, A. (2008): Indikatoren zur Erhaltung der biologischen Vielfalt im Bereich Agrarwirtschaft. 19 Seiten

Im Auftrag des Deutschen Naturschutzrings (DNR) zur Vertragsstaatenkonferenz (COP) zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) 2008 in Bonn.

Beste, A. (2008): Kommentierung des Standpunktpapiers des BMVEL zum Paragraph 17 des Bundesbodenschutzgesetzes: “Grundsätze und Handlungsempfehlungen zur guten fachlichen Praxis der landwirtschaftlichen Bodennutzung” unter besonderer Berücksichtigung des landwirtschaftlichen Bodenschutzes in Entwicklungsländern.

Im Auftrag von MISEREOR, im Zusammenhang mit der Kommentierung des Entwurfs zum bolivianischen Bodenschutzgesetz

Feed-Back von D. Schumann, MISEREOR:
>>Die ergänzenden Kommentare zum bolivianischen Bodenschutzgesetz stellen eine qualitative Bereicherung für unsere bolivianische Partnerplattform (mit ca. 40 Mitgliedsinstitutionen) dar. Herzlichen Dank!

Mit großem Interesse habe ich Ihre Kommentierung des Standpunktpapiers zu ‚guten fachlichen Praxis‘ gelesen. Auch diese schätze ich als eine Bereicherung für uns bei Misereor als auch für den Partnerdialog. Gerade in der aktuellen Debatte sind die von Ihnen mitgelieferte wissenschaftliche Untermauerung und der Literaturbezug in Bezug auf einzelne Techniken (wie Minimalbodenearbeitung) hilfreich. Auch hier herzlichen Dank!<<

Podcast Radiointerview mit Radio Dreyeckland am 20.3.2008:

Im Gespräch erläutert Dr. Andrea Beste unter Anderem, daß Biogas- Gärreste oft nicht gut für Böden sind und dass Massentierhaltung mit der Erzeugung von „Ökostrom“ eigentlich unvereinbar ist …

Beste, A. (2007): Energiehunger frisst Böden auf! Führt der intensive Anbau nachwachsender Rohstoffe zum Humusabbau? In: Unabhängige Bauernstimme, 12/2007

Beste, A. (2007): Klimaschutz auf Kosten des Bodens? In Lebendige Erde, 5/2007

Beste, A. (2007): Klimaschutz auf Kosten des Bodenschutzes. In “local land and soil news”, the bulletin of the European Land and Soil Alliance (ELSA) e.V., 22/23, 07

Beste, A. (2007): Bewertung von Flächen. Die Pauschalierung verschiedener Flächennutzungstypen ist unsinnig. In: Wohnung und Gesundheit. Fachzeitschrift für Baubiologie und Ökologie. Nr. 123

Beste, A. (2007): Böden leiden unter Biogas. In: Unabhängige Bauernstimme, 06/2007

Beste, A. (2007): Bodenschutz so notwendig wie Klimaschutz! In: Ländlicher Raum No 1 / 2007

Beste, A. (2007): Bodenschutz. Verdichtet, vergiftet, vergessen.. In: Punkt.um März 2007 Infodienst für Umwelt und Nachhaltigkeit, oekom verlag München

Beste, A. (2007): Europäische Bodenschutzstrategie. Verdichtet, vergiftet, vergessen.
In: politische ökologie, Heft 104: oekom verlag, München

Beste, A. (2007): Der Kritische Agrarbericht 2007. Den Boden vor dem Kollaps retten. Plädoyer für ein Umdenken im Umgang mit der Ressource Boden.

Beste, A. (2006) Gesunder Boden – Lebensmittelqualität – Lebensqualität in der Region. Vortrag Jahreshauptversammlung Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Landesverband Rheinland-Pfalz und Saarland 8. März 2006 Bitburg

Beste, A. (2006): Nachhaltiger Anbau nachwachsender Rohstoffe. Vortrag Fachtagung BodenMärkte – Bodennutzung der Zukunft. Umweltministerium Baden-Württemberg (Hg.) Stuttgart.

Beste, A. (2006): Bioenergie: Ja, aber bitte nachhaltig produziert. In: Zeitschrift “Ländlicher Raum”, No.1 / 2006

Beste, A. (2005): Zur Regional- und Direktvermarktung: Betriebliche Belastung nicht unterschätzen. In: Zeitschrift “Ländlicher Raum”, No.3 / 2005

Beste, A. (2005): Bodenqualität als Grundlage für Produktqualität im ökologischen Landbau. In: Sächs. Interessensgemeinschaft ökol. Landbau, XXXI. Fortbildungskurs Boden – Pflanze – Tier – Vermarktung, Heft 15, Leipzig

Beste, A. (2005): Landwirtschaft braucht Visionen. In: ECOVAST-Mitteilungen (Europäischer Verband für den ländlichen Raum) 1/2005

Beste, A. (2004): Bauernstolz – gibt es das noch? Bäuerliche Berufsidentität im Spiegel der Gesellschaft. In: Zeitschrift “Ländlicher Raum”, No.4 / 2004

Maria Hüser, Landwirtschaftskammer NRW schrieb zum Artkel:
» Ganz herzlichen Dank für Ihren deutlichen, engagierten Beitrag zur bäuerlichen Berufsidentität. Er ist sehr klar und kritisch geschrieben. Ich wünschte mir, dass die Verbraucher, die Rohstoffabnehmer und die Politiker dies lesen, kapieren und anwenden würden.«

Der Artikel erschien wortgleich auch
In: “Politische Ökologie”, Heft 90, 2004
In: “Lebendige Erde” Heft 6/2004

Beste, A. (2003): Kommentar zum Artikel “Die Chancen der nachhaltigen Landwirtschaft weltweit nutzen”. In: Zeitschrift “Ländlicher Raum”, No.3 / 2003

Beste, A. (2002): Das Problem mit dem Wasser ist ein Bodenproblem. In: “Ökologie & Landbau” 124, Bad Dürkheim Heft 124, Schwerpunkt “Gesunder Boden”

Beste, A. (2000): Maintaining ecological soil functions – techniques in organic farming systems. In: Korean Society of Organic Agriculture (Hg.): Proceedings Conference of Korean Organic Agriculture, Seoul

Beste, A. (2000): Ökologischer Landbau – wie funktioniert er und was kann er leisten?
In: Spieß-Wallbaum et al. (HG.) Ökologischer Landbau und regionale Vermarktungsstrategien – eine Chance für Klimaschutz und Beschäftigung. Arbeitpapier 26, Hans-Böckler Stiftung, Düsseldorf

Beste, A.; Wolters, D. (2000): Biomasse – ökologisch und sozial verträglich. In: “Ökologie & Landbau”, H. 116, Bad Dürkheim

Kurzfassung von Wolters, D. et al. (1999): Bioenergie aus ökologischem Landbau – Möglichkeiten und Potentiale.= Wuppertal Paper 91

Beste, A (2000): Gesundes Leben, erfüllte Arbeit, faires Teilen. In: Boeser/Schörner/Wolters (Hg.): Kinder des Wohlstands – Auf der Suche nach neuer Lebensqualität. Verlag für akademische Schriften, Frankfurt

Beste, A. (1999): Ernährungssicherung durch ökologische und sozialverträgliche Bodennutzung. In: “Ökologie & Landbau”, H. 112, Bad Dürkheim
Heft 112

Überarbeitete Version 2008

Beste, A. (1999): Ökologischer Landbau kann Welternährung sichern – 10 Argumente. In: Lovins, A.; Hennicke, P.: Voller Energie. Vision: Die globale Faktor 4-Strategie für Klimaschutz und Atomausstieg. Die Buchreihe zu den Themen der EXPO 2000. Bd. 8. Campus-Verlag, Frankfurt/M.

“Die globale Faktor 4-Strategie für Klimaschutz und Atomausstieg.” ist im Buchhandel erhältlich

Beste, A. (1999): Wie muss Boden bewirtschaftet werden, damit seine ökologische Funktionsfähigkeit langfristig erhalten bleibt? In: Positionen und Vorschläge, 3. Gaytaler Gespräche. Wege zu einer nachhaltigen Entwicklung in der Region. Die Rolle des Bodens.